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ur zehn Kilometer von der Tenuta il Cicalino entfernt befindet sich der Accesa-See, der Lago dell’Accesa. Ein kleiner bezaubernder See inmitten von Wäldern, bebauten Feldern und Weiden, von gelbem Weizen und kräftigem Grün der Wiesen der toskanischen Maremma.

Wer das schöne toskanische Land und seine Geschichte kennenlernen möchte, dem kann man nur eine Exkursion empfehlen.

lago accesa Aussicht

EINE PERLE IN EDLER FASSUNG AM FUSSE DER ERZHÜGEL

Der Accesa-See entstand im südlichsten Teil der Gemeinde Massa Marittima. Seine Ursprünge liegen im Dunkeln, doch neuere Studien bezeichnen ihn als einen Schlund, der aus dem Absinken der Erde infolge einer unterirdischen Quelle entstand.

Aus dem Süßwasserbecken speist sich der Fluss Bruna, der wiederum nach wenigen Kilometern in das Tyrrhenische Meer fließt. Der See ist etwa 20/30 Meter tief und ist umgeben von Schilfdickicht und Sträuchern, die in der Nähe des Ufers wachsen.

Das Accesa-Gebiet erstreckt sich über 14 Hektar. Der Accesa-See ist umgeben von einem dichten Eichen- und Steineichenwald und befindet sich innerhalb eines sehr interessanten Geländes, sowohl der Natur wegen, als auch aus archäologischen Gründen. Er ist wegen seiner Schönheit und seines erfrischenden Wassers während der heißen Sommernachmittage ein Anziehungspunkt für Besucher aus ganz Europa.

Lago Accesa Tenuta Il Cicalino

DIE GESCHICHTE DES SEES

Der Accesa-See war bereits in alten Zeiten für die Schönheit der Umgebung bekannt. Die Etrusker hatten sich hier in der Gegend im 6. Jahrhundert vor Chr. Angesiedelt. Dies auch wegen der vorhandenen Erze wie Blei, Silber, Gold und noch weitere eisenhaltige Materialien.

Eben dort, in der Nähe des Accesa-See, begründeten die Etrusker ein kleines Bergbaurevier, das den See von der Anhöhe aus überschauen sollte, und das sehr wahrscheinlich mit der nahe gelegenen Siedlung Vetulonia verbunden war. Im Naturpark, der die ganze Gegend umfasst, sind heute noch Überreste von antiken Gebäuden und Gräbern sichtbar. Es gibt dort außerdem einige Hochöfen aus dem römischen und dem mittelalterlichen Zeitalter.

Die Unterbrechung der Förderarbeiten fiel mit den Trockenlegungsarbeiten der Lothringer im Verlauf des 18. Jahrhunderts zusammen, die leider auch eine beträchtliche Verringerung der Wasserfläche des Sees mit sich brachten, jedoch zugunsten der umstehenden landwirtschaftlichen Nutzfläche ausfielen.

Geschichte des Sees

DER NATURPARK DES ACCESA-SEES

Seit dem Jahre 2001 ist die Gegend um den See in einen thematischen Park umgestaltet worden und befasst sich vollständig mit der etruskischen Kultur. Man kann ihn zu Fuß das ganze Jahr über besuchen.

Der archäologische Standort ist in fünf Bereiche unterteilt, und alle sind von Wegen durchzogen, die mit Hinweisen und Tafeln ausgestattet sind, auf denen die charakteristischen Eigenschaften der antiken Siedlung und die verschiedenen dort einst vorhandenen Gebäude erklärt werden. Außerdem sind die Grundmauern in Stein noch sichtbar, ebenso wie die Brennöfen, in denen die Metalle bearbeitet wurden, sowie die Entwässerungssysteme und die etruskischen Nekropolen.

Die verschiedenen Fundstücke aus der Gegend sind im nahegelegenen archäologischen Museum in Massa Marittima ausgestellt.

Aber die wahre Titelrolle des Parks hat zweifellos der Accesa-See selbst inne, mit seinem klaren Wasser, das während der warmen Jahreszeit zu einem erfrischenden Sprung ins Wasser einlädt. Am Ufer des Sees gibt es auch zwei kleine und feine dunkle Sandstrände, wo man sich nach einem Spaziergang wahrhaftig erholen kann.

Naturpark lago

DIE LEGENDE

Im Laufe der Zeiten war der Accesa-See auch mit verschiedenen Legenden aus dem Volk belegt. Oft waren diese mit dem besonderen Namen verbunden (der See, der leuchtet), doch ebenso mit den etruskischen Fundstücken und mit der außergewöhnlichen Tiefe.

Unter den verschiedenen Legenden soll hier die genannt werden, die besagt, wie einst an Stelle des Sees ein großes Getreidefeld war. Der Eigentümer des Feldes, ein gewisser Turco, hatte die Festlichkeiten zu Ehren der Heiligen Anna ignoriert, der Schutzheiligen der Mäher, und er hatte seine Bauern angehalten, auch an diesem Feiertag zu arbeiten, am 26. Juli. Die Legende besagt, dass eben an diesem Datum und Tag Bauern und Vieh von den Wassern verschlungen wurden. Der Boden zerbrach unter ihren Füßen und ein großer Schlund verschlang jedes Ding, Häuser, die Bauern und ihre Felder. Aus dem Abgrund erhoben sich Feuerzungen, die nur durch einen sintflutartigen Regen gelöscht werden konnten.

Innerhalb weniger Minuten erschien dort, wo vorher Häuser, Tennen und Ernte gewesen waren, ein dunkler See, der von Zeit zu Zeit ein rötliches Leuchten von sich gab. Die Legende besagt, dass noch heute derjenige, der sich am 26. Juli an das Ufer des Accesa Sees begibt, die Gesänge der Bauern, das Blöken des Viehs und den Klang der Glocken des antiken Dorfes hören kann.

lago accesa Legende

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