TENUTA LE PIANE

Viehzucht zwischen Tradition und Innovation,
altes Handwerk und Erhaltung des Territoriums

Das Landgut Le Piane besteht hauptsächlich aus Wäldern, die von den Maremma Rindern als Weidegebiet genutzt werden. Die Rinder leben und werden in einem halbwilden Zustand aufgezogen. Tenuta Le Piane ist einer der wenigen Orte in der Toskana, wo diese Rinder-Rasse noch für das Fleisch gezüchtet wird. Kühe und Stiere leben frei in Teilen der Waldfläche des Landguts, welches insgesamt ca. 1.000 Hektar ausmacht, und ernähren sich auf den Weiden von Gras, Sträuchern und Wildfrüchten. Ergänzt wird die Ernährung mit Bio-Heu vom Hof.

Zum besseren Verständnis: 1 Hektar = 10.000 Quadratmeter = ungefähr ein Fußballfeld. Stellen Sie sich 1.000 Fußballfelder vor!

Die Kälber werden zwischen Februar und Mai halbwild geboren und bleiben bis zum Alter von sechs Monaten bei den Müttern. Kälber, die zur Mast bestimmt sind, werden wild auf den Weiden aufgezogen, wo die Ernährung hauptsächlich aus Kräutern und Sträucher besteht. Die Ernährung dieser Kälber wird neben Bio-Futter und -Weide mit Bio-Getreidefutter integriert. Der Betrieb umfasst insgesamt 180 Tiere, davon 3 Bullen, 77 Kühe und 100 Kälber, Färsen und Ochsen.

Das Gebiet der Tenuta Le Piane ist hügelig und von Wäldern mit einer Prävalenz von Eichenarten geprägt, die zu Niederwäldern und mediterranem Buschwerk, so wie Weiden führen. Für die Ernährung der Maremma-Rinder sind Baumarten als auch Straucharten, wie Flaumeiche, Stieleiche, Steineiche, Korkeiche, Blütenesche, Erdbeerbaum, Heidekraut und Ginster, die typisch für diese Gegend sind, sehr wichtig.

Die Maremma – Rinder

Die Maremma Rinder sind eine wertvolle Rinder – Rasse sehr alten Ursprungs, gekreuzt mit Großhornrindern aus der Steppe, welche mit den Invasionen der Barbaren nach Italien gelangten. Heute wird diese Rasse ausschließlich auf den Weiden der südlichen Toskana und des oberen Latiums gezüchtet und ist eines der Wahrzeichen der Provinz von Grosseto.

Die Maremma Rinder sind rustikal und genügsam, äußerst robust, widerstandsfähig gegen Krankheiten und Parasiten, weiß sich gegen Feinde zu verteidigen, weidet zu jeder Jahreszeit auf trockenen Böden und nutzt Nahrungsressourcen, die andere Rinderrassen nicht in der Lage wären zu ernähren.

Das grundlegende Merkmal, das diese Rinder zum Symbol der Landschaft der Maremma macht, sind die großen, bis zu 1 Meter langen Hörner, die die Geschlechter unterscheiden: halbmondförmig bei den Männchen und leierförmig bei den Weibchen. Die Hörner sind den Tieren nützlich, um sich einen Weg in den unzugänglichsten Wald-Bereichen zu öffnen, zum Biegen von Gestrüpp und Pflanzen, bis das Laub auf Bodenniveau abgesenkt ist, so dass die Tiere der Herde es fressen können, oder sich vor Feinden zu schützen. Tatsächlich wählten die Züchter in der Vergangenheit die Maremma Rinder auch wegen ihrer Fähigkeit, die Kälber vor Wolfsangriffen zu schützen.

Maremma-Kühe haben ein Euter, das eine reichliche Milchproduktion (10-12 Liter) liefert, was ein tägliches Wachstum des Kalbes von etwa einem Kilo sicherstellt. Sie sind langlebige Rinder und werden sogar 15-16 Jahre alt. Ausgewachsene Kühe wiegen etwa 700 Kilo, während Bullen zwischen 800 und 1.200 Kilo wiegen.

In der Vergangenheit wurde die Rasse aus verschiedenen Gründen gezüchtet: ausgezeichnet fürs Fleisch, gute Milchlieferanten und vor allem unermüdlich in der Arbeit. Aufgrund ihrer Robustheit wurden die Tiere zum Ziehen von Waggons für den Transport von Gütern und Personen und zur Unterstützung bei der Feldarbeit verwendet. Mit dem Aufkommen der Mechanisierung in der Landwirtschaft ging die Zahl der Tiere drastisch zurück, bis zum Aussterben.

Dank der Ernährung mit spontanen Kräutern, die auf den Böden der Maremma wachsen, hat das Fleisch der Maremma-Rinder einen sehr intensiven und herzhaften Geschmack, einen hohen Proteingehalt und eine moderate Lipidpräsenz, somit besonders geeignet für anämische Personen und von Feinschmeckern sehr geschätzt. Das Fleisch gehört zu den Slow Food Spezialitäten.

Die Maremma Rinder sind das authentischste Symbol der Maremma und ihre Geschichte ist eng mit der der Butteri verbunden, den traditionellen Cowboys der Maremma, die einst auf ihren prächtigen Pferden die Kühe bei ihren Wanderungen von einer Weide zur anderen begleiteten.

Vacche Maremmane e butteri TENUTA LE PIANE

Ledergeruch und anstrengung die geheimnisse eines handwerks

Ikonen der Maremma, die Butteri, halten die alten Reittraditionen am Leben. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang waren die Butteri unermüdlich im Sattel; zu jeder Jahreszeit, trotzten sie der Kälte und dem Tau, der sengenden Sonne, dem Staub und der Müdigkeit, und folgten den Herden, entlang der Pfade, die im Laufe der Jahre mit den Hufen ausgestampft wurden.

Der Begriff leitet sich vom lateinischen „butoros“ oder „Ochsenstachel“ ab. Als unersetzliche Figur in Landgütern, wo große Herden von Maremma Rinder weiden, war und ist der Buttero das Symbol, das Wahrzeichen, die Seele dieses Landesteils von Italien. Er bewahrt die jahrtausendealten Geheimnisse eines Handwerks, das von alten Meistern überliefert wurde, mit den Augen gestohlen und mit Hingabe gelernt werden muss. Der Buttero war der Einzige, der nach dem Landherr das Recht hatte, ein Pferd zu reiten, und auf seinem untrennbaren Pferd lebte er sein ganzes Leben lang, beschäftigt mit der Kontrolle, Zählung und Bewegung der Herden. Die typische Kleidung besteht aus Moleskin, dazu kommen ein breitkrempiger Hut, ein großer Umhang- „Pastrano“ genannt, Beinschlaufen aus Ziegenleder, Stiefel aus Rindsleder, ein langer Haken und die Catana – eine Ledertasche -, welche beide am Pferdegeschirr hängen. So zogen die Butteri unermüdlich durch Sümpfe, Dickichte und durch die grünen und engen Gassen der Maremma und kontrollierten die Viehherden.

Die Butteri

Die Butteri gelten noch heute als die besten Dompteure italienischer Wildpferde. Sie verfügen über außergewöhnliche Beweglichkeit, Reflexe und Kraft, die sie beim Zähmen von Fohlen, beim Markieren der Kälber und bei Herausforderungen unter Beweis stellen. Echte Rituale, die im Duell zwischen Mensch und Tier einen ursprünglichen Charme zur Schau stellen.

Die Arbeit der wenigen Butteri, die noch geblieben sind, hat sich stark verändert; aber es ist der Buttero, der die Aufgabe hat, die Erinnerungen wach zu halten, damit diese magische und kostbare Vergangenheit nicht verloren geht, wenn in den klaren Tagen die wilde Natur den Herden zur Kulisse wird.

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